Bodensee August 2005

Am langen Wochenende Maria Himmelfahrt (12 August 05) sind wir, Robert, Andrea, Nicole und Maik, mit einem Bus und PKW in Richtung Bodensee aufgebrochen. Wolfram ist bereits am Donnerstag vorgefahren. Eigentlich wussten wir noch nicht wirklich, wo wir hin wollten, hatten allerdings den Campingplatz in Überlingen anvisiert. Dort angekommen mussten wir feststellen, dass wir nicht die einzigen waren, die Campen wollten: Alles ausgebucht und schon 20:00 Uhr abends. Einige Campingplätze später hatten wir einen freien Stellplatz in Ludwigshafen gefunden, wo wir uns niederließen. Nach Abendessen im Biergarten Sipplingen ging’s in’s Bett, da wir am nächsten Tag früh tauchen wollten.

3Der erste Tauchgang führte uns nach Überlingen zur Liebesinsel, die uns schon bei der TCR Vereinsfahrt im Mai fasziniert hatte. Geparkt wurde am Parkplatz überhalb des Bahnübergangs. Nach einer Tauchplatzbesichtigung, bei der wir uns nicht mehr so recht erinnern konnten, wie wir damals abgetaucht sind, sind wir dann komplett angerödelt in’s Wasser. Abtauchen und dann links weg. Nach 15 Minuten haben wir festgestellt, dass das wohl nicht der richtige Kurs war. Den ganzen Tauchgang über nur Halde. In 35 Meter konnten wir die legendäre Steilwand nur erahnen. Nach insgesamt ca. 45 Minuten sind wir dann eher enttäuscht wieder aus dem Wasser raus. Pech gehabt!

Zurück am Campingplatz entschlossen wir uns dann, am Nachmittag dort zu tauchen. Der Einstieg in’s Wasser lag quasi direkt vor unserem Zelt. Außerdem hatte der Campingplatz einen Kompressor, so dass wir uns hier mit ausreichend Luft versorgen konnten. Hier konnte Wolfram seine neueste Errungenschaft – einen Trilaminat – ausprobieren. Willkommen bei den Trockentauchern! Der Einstieg war äusserst mühsam, da wir ca. 150 Meter durch hüfthohes Wasser und Schlamm laufen mussten. Wir sind bis auf knapp 20 Meter abgetaucht. Zu sehen gab es einiges: vieles Fisch Zeug, ein gekentertes Elektroboot, Sonnenschirm und Pavillon. Da der Platz nicht sonderlich anspruchsvoll war, haben wir uns den für einen Nachttauchgang vorgemerkt.

Am nächsten Tag hies es dann 2. Versuch an der Liebesinsel. Diesmal versuchten wir unser Glück am Post Parkhaus. Bei der Einfahrt in die Tiefgarage wurden Taucher mit einem großen Plakat begrüßt mit der Bitte, sich rücksichtsvoll zu verhalten. Es war ausreichend Platz vorhanden und besonders bemerkenswert – da es geregnet hat – das Parkhaus war trocken und beheizt! Den 2. Trocki Tauchgang sollte man nicht unbedingt an einer Steilwand verbringen, weshalb Wolfram leider Halbtrocken tauchen musste. Angerödelt und am Einstieg angekommen sind wir dann in’s Wasser, einige Meter durch Seegras und dann, wie auf dem Seezeichen stand, links abgetaucht. Endlich hatten wir die Steilwand gefunden! Auch wenn wir nur den oberen Teil der Wand betauchen konnten wegen Temperaturen weit jenseits der 7mm – Respekt Wolfram, dass du so lange durchgehalten hast – konnten wir uns ein Bild davon machen, was uns wohl das nächste Mal erwarten würde!

Wenn ein Tauchplatz tagsüber auch noch so langweilig erscheint, nachts hat er eine ganz eigene Faszination. Besonders dann, wenn man nicht mit einem 50 Watt Flutscheinwerfer ausgestattet ist. So auch der Campingplatz in Ludwigshafen. Es gab zwar beim ersten Tauchgang bereits einiges zu sehen, doch bei einem Nachttauchgang nimmt man die Eindrücke viel intensiver auf. Ich hab mich dazu entschlossen, mit einem Knicklicht bewaffnet Robert und Andrea hinterher zu tauchen. Andrea ist das erste mal nachts tauchen gegangen – sie hat den Tauchgang nicht nur souverän gemeistert sondern hat auch die psychische Belastung, die ein Nacht TG ohne Frage darstellt, wie nichts weggesteckt. Beide voraus haben den Kurs bestimmt, der uns in einem großen Kreis einmal quer durch die „Bucht“ brachte. Etliche kleine Fische wurden durch die Tauchlampen angezogen wie die Motten durch Licht.

ueberlingen_postAm letzten Tag entschlossen wir uns noch einmal an der Post zu tauchen. Was wir dort erlebt haben war wohl der beste Tauchgang in meiner kurzen Taucherlaufbahn, der zugegebenermaßen selbst die Pioniertafel oder Galerie am Walchensee und die Schwarze Brücke am Attersee toppt! Bepackt mit über 40 Liter Pressluft – sicher ist sicher – machten wir uns zu zweit auf den Weg in’s Wasser, am Seezeichen „links weg“ entlang durch Unmengen von Seegras bis zur Abrisskante, die in’s Schwarze abfiel. Abgesprochen war, den Tauchgang abzubrechen, wenn es jemandem nicht gut geht, die Tiefe zu halten sobald der erste sagt „Stopp“, spätestens jedoch auf 40 Meter. Wie tief es dort runter ging, wussten wir nicht. Der Grund war ja auch nicht zu sehen. Also liesen wir die Luft aus unseren Wings und fielen in die Tiefe: 20 Meter, 25, 30, 35 Meter. Bevor wir auf 40 Meter abbremsen konnten habe wir auch schon den Grund auf knapp 42 Meter gesehen. Nach kurzer Orientierung im glasklaren aber stockdunklem Wasser haben wir an der Steilwand einen Überhang ausgemacht, in dem wir ein ganzes Stück entlang getauch sind. Besonders faszinierend waren die Luftblasen, die sich im Felsen fingen und langsam nach oben stiegen. Nach einigen Minuten hat sich im Dunkeln etwas weisses abgezeichnet, das sich nach und nach als eine Horde Gartenzwerge entpuppte. Erst kam mir der Stickstoff in den Sinn, aber beim Nähertauchen standen dort wirklich 5 Zwerge und eine griechische Götting! Wer’s nicht glaubt: http://www.taucher.net/forum/Die_7_Zwerge_vom_Bodensee…._tauch7786.html! In Reih und Glied aufgestellt mussten die armen Wichtel ihr tristes Dasein im Dunkeln bei 4 Grad Celsius fristen. Die Nullzeit war leider viel zu schnell vorbei und bei weitem überschritten, so dass wir bald mit dem Austauchen beginnen mussten. Unseren Dekostopp verbrachten wir mit einem Hecht und Schwärmen von Kleinfischen, bis wir den Tauchgang wieder durch das Seegras zurück beim Ausstieg beendeten. Einen solchen Tauchgang kann man so schnell nicht vergessen!

Allzeit „gut Luft“, Robert, Andrea, Wolfram, Nicole und Maik.

P.S.: Wer sich im Internet die wichtigsten Tauchplatzbeschreibungen, Regelungen etc. angucken will, sollte unbedingt einen Blick auf http://www.truesche.de/tauchplaetze/tauchplaetze.htm werfen.