Tauchsafari Ägypten 2008

oder Hammerhai!

Tiefe finstere Nacht war es in Regensburg. Alles hatte ich gepackt, nur Geld hatte ich nicht genug. Um Mitternacht bin ich noch schnell zur Bank geradelt. Eine lange Hose war notwendig. Um 02:00 Uhr kam dann Armin und sein Vater. Geschwind das Auto voll geladen und ab zum Flughafen. 05:20 Uhr für den Take Off ist eine verdammt frühe Stunde. Im Internet stand geschrieben, dass der Duty-Free Laden erst um 05:00 Uhr aufmachen würde. Das war eine Lüge, denn ein Laden hatte dann doch schon offen. Selbst die Besorgnis in einem der Tradition sehr aufgeschlossenen Ländle nein nicht Schwaben sondern Bayern keine Weißwurst und Weißbier zum Abschied zu verzehren war unbegründet. Irgendwie war das wie Fasching. 04:30 Uhr und ein paar Weiße. Des war der erste Rausch.

OLYMPUS DIGITAL CAMERADer Armin und ich fuhren schon eine Woche früher nach Ägypten. Das hatte mehrere Gründe. Der Flug kostete 550 EUR die Tauchsafari das gleiche nochmal. Das sind dann für 7 Nächte 157 EUR pro Nacht. Wenn ich noch eine Woche voraus buche, dann wird der Urlaub pro Nacht billiger. Der Flug teilt sich einfach auf 14 Nächte auf. Da ich letzten Oktober in der ersten Woche eine Erkältung auskurieren musste, dachte ich mir, da kann ich die erste Woche als Gesundheitsreserve einplanen, damit ich dann bei der Safari auch sicher gesund bin.

Schwierig wirds da mit der Desinfektion. Die Menge an Medizin ist halt begrenzt und musste auf 2 Wochen gestreckt werden. Penninger sei dank! Es gab heimischen Wildbeerensaft in der Wüste. Nach 3 Tagen war dieser schon verzehrt. Hält sich ja nicht lange, bei den durstigen Temperaturen von 32 – 38°C. Meinen Hennesy gab es erst in der 2ten Woche. Wir verbrachten schöne erholsame Tage in Wadi Lahami. 3 Tauchtage mit insgesamt 10 Tauchgängen und 2 Haien und einem Rochen. Hatte sich schon gelohnt.

egypt2008-kochDas Essen war mir nach 3 Tagen wieder zu ägyptisch gewürzt. Ich mag halt keinen Kardamon und auch keinen Kreuzkümmel. Zimtreis geht in Ordnung, doch Tomaten auf einem Bett von Petersilie ist zu viel des Guten. Das Essen am Boot war dagegen super. Besonders das Nutella zum Frühstück, das haben alle gern gegessen.

Doch erst mal wieder zurück zum Tauchcamp. Der Drecksköter war auch wieder da. Er hat mich diesmal nur 2 mal bestiegen, als ich auf der Liege lag. Und mit ein Tritt und mit einem Herz für Tiere oder anders geschrieben einem herzhaften Tritt haben wir uns dann auf gegenseitige Abstandnahme geeinigt.

OLYMPUS DIGITAL CAMERADer Streß im Tauchcamp war immens. 05:55 Uhr klingelte der Suunto (Tauchcomputer). 06:00 Uhr Frühstück – 06:45 Uhr Boarding – Ausfahrt zu den Tauchplätzen – 08:00 Uhr erster Tauchgang – 09:00 Kaffeepause auf See – 10:00 Uhr zweiter Tauchgang – 11:00 Uhr Fahrt zurück – 12:00 Uhr Mittagessen – 14:15 Boarding – 5 Mintuen Fahrt mit Tauchgang – 16:00 Kaffe und frisch gebackener Kuchen – 18:30 Briefing und Nachttauchgang – 20:00 Abendessen – 21:00 Desinfektion – 23:00 Nachtruhe mit Wolldecke und Mütze. Das ist aber genau das erholsame am Tauchurlaub. Man hat schöne ruhige Momente unter Wasser und vergißt zuverlässig den Alltag.

Außer uns beiden Bayern waren noch Franzosen da – viele. Doch deren Tauchkünste waren nicht sehr berauschend. Das war der dritte Rausch. Die Leiche, das war eine französiche Dame im guten mittleren Alter, lief wie die Jugendlichen am Arnulfsplatz den ganzen Tag mit einer Flasche Stella rum. Ob das auch im Tauchgesetz steht in Frankreich?

egypt2008-hubyDann kam der letzte Tag. Nach der Abrechnung wurden wir nach Marsa Alam Port gefahren. Die Bucht verdient es ja nicht als Port bezeichnet zu werden. Wir waren zu früh. Sehr schlau, denn das Safari-Boot war noch beim Tanken. So standen wir 1 Stunde in der Mittagssonne. Unser Fahrer musste den anderen Gast zum Flughafen bringen und konnte nicht warten. Es kam die rettende Elfe Ulli von der Golden Dolphin II und lud uns auf ihr Boot ein. Dort spendierte sie uns dann einen Drink, bis unser Boot den Hafen erreichte, die Seawulf Soul. Wir hätten locker noch einen Tauchtag dranhängen könne in Wadi Lahami und erst am Nachmittag anreisen können. Der Hafen war sehr laut. Die Boote lagen alle nebeneinander. So mussten wir die ganze Zeit dem Brummen des Generators lauschen. Wir wollten schon dem Nachbarboot die Leviten lesen, da stellten wir fest, dass nur unser Boot einen solch lauten Generator hatte. Was wir hörten, das war das Echo. Die armen die neben uns im Hafen lagen.

Der Koch organisierte uns noch eine Fahrt nach Marsa Alam Downtown. Dort hatte ein Cafe einen großen Fernseher und Satellitenempfang. So konnten wir am ersten Abend im Hafen und am letzten Abend im Hafen Fußball sehen. Leider hatte das Cafe keine Schanklizenz für Bier.

egypt2008-turtleIch blieb beim Wasser, denn ich hab ja zu Hause das Welt beste Bier. Und als ich mir wieder ein Wasser aus dem Kühlschrank nahm, da fuhr mir die Hexe ins Kreuz. Es war eine freundliche Hexe, war nicht so schlimm, doch den nächsten Tag konnte ich erst mal nicht Tauchen gehen.

Der Diveguide war schon eine Marke für sich. Wir hatten den Huby und den Mohammed. Der Huby klein gewachsen und durchtrainiert gab uns ein Rätsel auf. Bei einem abendlichen Desinfektions-Gespräch erfuhren wir dann, dass er mal Minentauchen war. Es war wirklich faszinierend, wie er immer alles im Blick hatte und wie schnell er sich einen Überblick über alle verschaffte. Wer da noch im Bett lag beim 06:00 Uhr Briefing. Die Briefings waren ausführlich, umfassend und informativ. Wer das erste mal auf einer Safari war, dem haben die Briefings sehr geholfen. Es war auch das erste mal, dass mich ein Diveguide über die an Bord befindlichen Rettungsmittel informierte, so wie ich das beim Bootsführerschein selbst gelernt hatte: Feuerlöscher, Schwimmwesten, Funk, Verbandszeug und Rettungsinseln, Sauerstoff und Kühlschrank.

Der Kühlschrank war natürlich fürs Dekobier. Hier war die Logistik allerdings mangelhaft. Als eine Gruppe Techniker haben wir dann schon eine Lösung erarbeitet. Jeder hat im Kühlschrank auf der Kajüte das Bier für sich gelagert und schon war das Stella immer schön gekühlt. Warum jede Kajüte auch noch einen eigenen LCD Ferrnseher braucht, verstehe ich nicht. Die Klimaanlage konnte man pragmatisch regeln. Jede Kabine konnte den Luftauslass mit eine Holzbrett zuschieben. Einfach und effektiv.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAHubys Briefings waren immer eine Show. Die Tauchplätze sahen tatsächlich so aus, wie er sie auf die Tafel malte. Am besten war die Showeinlage, wie man ins Zodiak einsteigt. Peter miemte den Zodiak-Fahrer. Eine Baraka Flasche in der linken Hand, war der Griff des Außenboarders, eine Liegematte stellte die Wurscht des Zodiak dar und die Sitzbank das Safariboot. Nur auf die Wurst steigen, nicht springen, sonst schleudert euch die Wurst wieder aus dem Zodiak. Nicht mit dem Knie auf das Safariboot steigen, mit der nächsten Welle donnert euch sonst das Safariboot gegen das Schienbein. Huby machte alle Fehler vor, die passieren können, tanzte auf und ab. Doch so mancher hatte nicht richtig zugehört, Im Laufe der Woche machten sie alle Fehler nach, gell Peter. Außer einmal, da sprang der Armin ohne Flossen ins Wasser, das hatte ich von keinem Briefing in Erinnerung. Für einen standard Tauchgang hätte manches Briefing auch kürzer ausfallen können. Die Tigerhaie, die einer mal vor 2 Jahren hier am Tauchplatz gesehen hatte, der Manta, welcher an diesem Riff zu Hause ist – doch halt – nach dem Tauchgang sahen wir den Manta ja doch noch vom Safariboot aus. Er war wohl gerade verreist gewesen, als wir ihn besuchen kamen und kam nach dem Tauchgang wieder nach Hause. Und dann war da noch der Hammerhai – den hier noch niemand gesehen hatte. Es bürgerte sich ein, dass jedes Briefing mit Hammerhai abgeschlossen wurde. Doch gesehen hatten wir den nur einmal. Beim letzten Tauchgang, da kam uns der Hammerhai entgegen auf 21,5 Meter Tiefe. Etwas rostig war sein Hammer schon und die Luftblasen waren auch ganz untypisch. Da hat der Huby doch noch sein Versprechen mit dem Hammerhai erfüllt.

egypt2008-manfredDas Lazarett muss auch noch zu Wort kommen. Wir können von vermehrten Ohrproblemen berichten. Vereinzelt kam der Pharao vorbei. Eine Schürfwunde am Schienbein und ein Ringfinger links, auf den sich einer gesetzt hatte. Ein Hexenschuß und einmal ungeklärtes Unwohlsein mit 2 Tagen Bettruhe. Sonst war alles bestens.

Nun noch ein wichter Hinweis. Es hat sich gezeigt, dass Gin, Averna und Bacardi Razz nicht sehr beliebt sind. Wer seine Freunde mag, der kauft Grappa, Whisky, Wodka, Cognac oder Obstler!

Von den beiden Schwaben haben wir uns nicht stören lassen. Die glichen wie ein Ei dem anderen. Wenn man immer 2 Artikel kauft, da gibt es scheinbar schon Rabatt in Stuttgart.

Ein schöner Urlaub – super Gesellschaft.

In freudiger Erwartung der nächsten Safari – Hammerhai

Wolfram